1000 bunte Trommler
Zu einer Karawane gehören Kamele. Zum Beispiel
solche wie Attila und Iwan. Die beiden Höckerträger, deren
Vorfahren aus Sibirien stammen, machten den Passanten gestern Nachmittag
in der Georgstrasse schnell klar, was sich hinter ihnen abspielte:
Die Kinderkarawane des Masala-Weltbeatfestivals zog durch die Stadt.
Dabei waren weit mehr als 1000 bunt geschminkte Trommler und Sänger
in farbenprächtigen Kostümen – und so war auf der
Georgstraße zwischen Steintor und Kröpke um kurz navch
15 Uhr kein Durchkommen mehr.
„Ungala Wé – du bist mein Bruder,
du bist meine Schwester“, singen die elfjährigen Lara
und Sarah aus Ricklingen, die kurz hinter Attila und Iwan marschieren.
Doch lauter noch als die Lieder ertönen die Trommeln der Kinder:
umgedrehte Plastikeimer, auf denen sie mit Holz-Stöcken den
Rhytmus schlagen. „Die Trommeln haben wir selbst gebastelt“,
verkündet Sarah stolz. Da war die finanzielle Unterstützung
des Umzuges durch die Niedersächsische Sparkassenstiftung und
die Stadtsparkasse gleich gut angelegt. Am Andreas-Hermes-Platz,
neben dem Raschplatz-Pavillion, empfing der Masala-Weltmarkt den
Zug, auf dem bis Sonntag an 50 Ständen Schönes, Kostbares
und Leckeres aus aller Welt feilgeboten wird. Gleich neben der Weltmarkt-Bühne
hat Kwabena Denteh aus Ghana seinen Stand aufgebaut. Denteh hat
einen der Masala-Songs umgetextet und singt die Losung für
das Wochenende: „Schieb' die Wolken weg, Hannover.“ |