Kleine und große Piraten umrunden singend die Welt
Rauschenberg. „Käpt'n Zoff“
sorgte für Piratenstimmung bei den rund 100 Gästen im
„Haus der Begegnung“. Beim von der Oberhessischen Presse
präsentierten Kinderliederfestival war gestern „alles
Banane – alles klar“.
Der Kinderliedermacher Manfred Kindel aus Hannover
brachte als Piratenlehrer „Käpt'n Zoff“ den kleinen
und großen Gästen bei, wie sie sich als gute Piraten
zu benehmen haben. Er war kurzfristig für seine Kollegin Beate
Lambert eingesprungen, die einen Unfall hatte und nicht kommen konnte.
Als der Kapitän die Nachwuchs-Freibeuter im „Unterricht“
fragte, was Piraten nicht werden dürften, rief eine Mutter
spontan „seekrank“. „Richtig! Damit habe ich meinen
ersten Piraten an Bord“, sagte der Käpt'n.
Kinder schwören „Pirateneid“
Danach nahm er allen Schülern den Pirateneid
ab. Sie mussten dem Käpt'n schwören, reiche Beute zu machen
und riesige Schätze für die Kinder dieser Welt zu entdecken.
Dann lichtete die Besatzung die Anker. Schnaufend zog ein kleiner
Junge in der ersten Reihe mit beiden Händen am Ankerseil –
so, wie es der Käpt'n vormachte. Die Crew setzte die Segel
und stach vom Heimathafen Rauschenberg zu einer musikalischen Kreuzfahrt
in See. Unterwegs geriet es in stürmische Wellen, so dass sich
die Piraten beim Singen einhaken mussten, um nicht ins Meer zu fallen.
Doch als der Sturm vorüber war, und der Käpt'n fragte
„alles Banane?“, rissen alle den Daumen in die Luft
und riefen laut „alles Banane".
Eine Windflaute nutzten die Matrosen, um ihre Segel für die
Umrundung des Kaps der Guten Hoffnung zu flicken. Alle nähten
mit den Händen in großem Bogen die Löcher zu, bevor
das Schiff die Heimat ansteuerte. Im Hafen Rauschenberg angekommen,
ließ der Piratenlehrer seine frisch gebackenen Freibeuter
ohne Abschiedslied nicht von Bord gehen. Mit lautem Geschrei stürmten
sie nach vorn, umzingelten ihren Kapitän und sangen noch einmal
das Lied der „Pi-Pa-Po-Piraten“. Die Erwachsenen riefen
sogar nach Zugabe.
„Wir sind erst ein bisschen zu spät
gekommen, weil es vorher zu Hause noch eine Diskussion mit den Kindern
gegeben hatte“, sagte Regina Vorig. Sohn Max sagte nach der
Vorstellung jedoch: „Es hat mir sehr sehr gut gefallen, obwohl
ich gar nicht hierher wollte“. Auch die Stadt Rauschenberg
unterstützte die Veranstaltung, um den Eintrittspreis für
die Kinder zu senken.
Maciej Krainski |